QuantiLight lizenziert Max-Planck-Sensortechnologie für schnelles Therapeutisches Drug Monitoring


Medizin

Exklusive weltweite Lizenz bildet die Grundlage für ein portables System zur schnellen Bestimmung von Medikamentenspiegeln nach Organstransplantationen

Lesegerät der portablen Analyse-Plattform.
© Quantilight

Die QuantiLight GmbH und die Max-Planck-Innovation GmbH haben eine exklusive weltweite Lizenzvereinbarung über biolumineszente Sensortechnologie geschlossen. Die Technologie geht auf Forschungsarbeiten am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg und an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) zurück. QuantiLight will daraus ein tragbares Testsystem zur Bestimmung von Arzneimittelkonzentrationen und Biomarkern entwickeln. Im Fokus steht zunächst die Überwachung von Medikamenten nach Organtransplantationen.

Transplantationsempfänger benötigen regelmäßige Blutuntersuchungen, um sicherzustellen, dass die Konzentration der Medikamente gegen Abstoßungsreaktionen in einem angemessenen Bereich bleibt. Eine zu geringe Medikamentenkonzentration kann das Risiko einer Organabstoßung erhöhen, während eine zu hohe Konzentration zu Toxizität und anderen Komplikationen führen kann. Die derzeitige Überwachung erfordert oft eine Blutentnahme, den Weg zu einer Klinik oder einem Labor sowie Zeit für die Auswertung der Probe durch ein Zentrallabor.

QuantiLight entwickelt ein portables System, das eine Einweg-Testkassette mit einem kompakten Lesegerät kombiniert. Speziell entwickelte Sensorproteine senden Licht aus und ändern ihre Farbe, wenn sie auf ein bestimmtes Medikament oder einen Biomarker treffen; das Lesegerät wandelt diese Veränderung in ein numerisches Ergebnis um. Das Entwicklungsziel des Unternehmens ist es, Ergebnisse aus einer kleinen Probenmenge, einschließlich Blut aus einem Fingerstich, in etwa 15 Minuten während eines Klinikbesuchs und letztendlich auch zu Hause bereitzustellen.

„Transplantationsempfänger haben bereits einen lebensverändernden Eingriff hinter sich, doch viele müssen weiterhin regelmäßig zu Untersuchungen des Medikamentenspiegels reisen“, sagt Dr. Corentin Gondrand, Mitbegründer und CEO von QuantiLight. „Unser erstes Ziel ist es, Patienten und Pflegeteams einen schnelleren Zugang zu den benötigten Informationen zu ermöglichen, und zwar näher am Ort der Versorgung.“

Im Jahr 2025 wurden in 96 Ländern mehr als 183.879 Transplantationen solider Organe gemeldet.1 Für diese Patienten können zeitnahe Informationen zum Medikamentenspiegel Ärzten dabei helfen, einen Ausgleich zwischen dem Schutz des transplantierten Organs und der potenziellen Toxizität der immunsuppressiven Behandlung zu finden.

„Ein zuverlässiger Point-of-Care-Test könnte die routinemäßige Überwachung für Transplantationsempfänger komfortabler gestalten und Ärzten wichtige Informationen früher liefern“, meint Prof. Dr. med. Burkhard Tönshoff, wissenschaftlicher Berater am Universitätsklinikum Heidelberg und Leiter des CERTAIN-Forschungsnetzwerks.

Da die Sensoren für verschiedene molekulare Zielstrukturen entwickelt werden können, beabsichtigt QuantiLight, statt eines einzelnen Tests eine Reihe von Assays zu entwickeln. Das Unternehmen plant außerdem, gemeinsam mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen an Assays zu arbeiten, mit denen die Arzneimittelexposition, Sicherheitsmarker und das Ansprechen auf die Behandlung näher am Patienten in klinischen Studien gemessen werden können.

 „Diese Vereinbarung ebnet den Weg, um grundlegende Erkenntnisse der chemischen Biologie in praktische Messinstrumente für die Patientenversorgung und die Arzneimittelentwicklung umzusetzen.“ ergänzt Prof. Kai Johnsson, Direktor der Abteilung für chemische Biologie am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung.

Die Lizenzvereinbarung räumt QuantiLight exclusive weltweite Rechte zur Entwicklung und Vermarktung der lizenzierten Technologie ein. Die Testplattform und die ersten Anwendungen befinden sich noch in der Entwicklung. Vor einer klinischen Nutzung sind analytische und klinische Prüfungen sowie die erforderlichen regulatorischen Freigaben notwendig.

 

Datenquelle

1.     Die Zahl der Transplantationen für das Jahr 2025 basiert auf Daten, die vom WHO–ONT Global Observatory on Donation and Transplantation (www.transplant-observatory.org) gemeldet wurden.


Über QuantiLight

Die QuantiLight GmbH ist ein in Heidelberg ansässiges Diagnostikunternehmen, das ein portables System entwickelt, um Arzneimittel und Biomarker näher am Patienten und den Teilnehmern klinischer Studien zu messen. Unter Verwendung der am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung und an der EPFL entwickelten biolumineszenten Sensortechnologie entwickelt das Unternehmen ein Kartuschen- und Lesegerätesystem für quantitative Tests aus Blutproben mit geringem Volumen. Sein erstes Programm konzentriert sich auf die Überwachung von Immunsuppressiva bei Empfängern von Organtransplantaten. Die Plattform hat noch keine behördliche Zulassung, Genehmigung oder CE-Kennzeichnung erhalten und ist nicht für den klinischen Einsatz verfügbar.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.quantilight.com

Über das Max-Planck-Institut für medizinische Forschung

Am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung arbeiten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus der Physik, der Chemie und der Biologie, um Erkenntnisse zu gewinnen, die langfristig für die Medizin wichtig sein könnten. Kai Johnsson ist seit 2017 Direktor am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung, Abteilung für chemische Biologie. Zuvor war er ordentlicher Professor am Institut für Chemische Wissenschaften und Ingenieurwesen der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) und Co-Direktor des NCCR Chemical Biology. Sein derzeitiges Forschungsinteresse gilt der Entwicklung und Anwendung chemischer Ansätze zur Untersuchung und Manipulation von Proteinfunktionen.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.mr.mpg.de/de

Über die EPFL

Die École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) ist eine international ausgerichtete technische Hochschule in der Schweiz. Ihre Schwerpunkte liegen in Lehre, Forschung und Innovation. Sie verbindet wissenschaftliche Grundlagenforschung mit der Entwicklung neuer Technologien und fördert deren Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft. Zu ihren Forschungsgebieten zählen unter anderem Biowissenschaften, Medizintechnik, Materialwissenschaften und Informationstechnologien.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.epfl.ch

Über Max-Planck-Innovation

Als Technologietransfer-Organisation der Max-Planck-Gesellschaft ist Max-Planck-Innovation das Bindeglied zwischen Industrie und Grundlagenforschung. Mit unserem interdisziplinären Team beraten und unterstützen wir die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Max-Planck-Institute bei der Bewertung von Erfindungen, der Anmeldung von Patenten sowie der Gründung von Unternehmen. Der Industrie bieten wir einen zentralen Zugang zu den Innovationen der Max-Planck-Institute. Damit erfüllen wir eine wichtige Aufgabe: Den Transfer von Ergebnissen der Grundlagenforschung in wirtschaftlich und gesellschaftlich nützliche Produkte.
Weitere Informationen: www.max-planck-innovation.de

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Diplom-Volkswirtin

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