FLASH – Fast Low Angle SHot

Die magnetische Kernspintomographie ist mittlerweile ein weltweit eingesetztes Routineverfahren zur Untersuchung innerer Organe von Patienten. Dieses Verfahren ist nicht-invasiv und verursacht im Gegensatz zu Röntgenaufnahmen keine zusätzliche Strahlenbelastung. Noch in den 1980er Jahren dauerten kernspintomographische Aufnahmen Stunden und lieferten nur statische Bilder. Doch 1984 entwickelten die Wissenschaftler Prof. Jens Frahm und Prof. Axel Haase zusammen mit Dr. Wolfgang Hänicke, Dr. Klaus-Dietmar Merboldt und Dr. Dieter Matthai am MPI für Biophysikalische Chemie in Göttingen das so genannte FLASH-Verfahren (Fast Low Angel SHot), das es ermöglichte, die Untersuchungszeiten um das hundertfache zu verkürzen und sogar Filme aufzunehmen.
Die Kernspintomographie arbeitet mit zwei magnetischen Feldern: einem sehr starken statischen Feld, das Atomkerne im Körper ausrichtet, und einem Wechselfeld, das diese Kerne je nach Art der Atome, ihrem Ort, der Gewebedichte usw. auslenkt. Gemessen werden die schwachen Signale, die diese Atome aussenden, wenn sie bei Wechsel des Felds wieder in ihre Ausgangslage zurückkehren. Grundlage des FLASH-Verfahrens ist die Verkleinerung der Winkel zwischen statischem und Wechselfeld. Je kleiner der so genannte Anregungs- oder Flipwinkel, desto schneller lassen sich die Messungen wiederholen. Damit gelingen sehr hoch auflösende dreidimensionale Aufnahmen ebenso wie Filme vom schlagenden Herzen, von Stoffwechselaktivitäten des Hirns etc. FLASH wird in nahezu allen klinisch genutzten Kernspin-Tomographen auf der ganzen Welt eingesetzt.