Ti-Plasmid: Gezielte Pflanzenzüchtung

Das so genannte Ti-Plasmid (Ti steht für tumor inducing, d.h. Tumor-auslösend) ist ein kleines, ringförmiges DNA-Molekül, das sich sehr häufig bei pflanzenschädlichen Bakterien findet (z. B. bei Agrobacterium tumefaciens). Die Bakterien übertragen dieses Plasmid auf Pflanzen und lösen dort genetische Veränderungen aus.
Prof. Dr. Marc van Montagu und Prof. Dr. Jozef Schell vom Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln entwickelten in den 1970er Jahren die Idee, das Ti-Plasmid zu nutzen, um neue Gene in Pflanzen einzuschleusen. Dabei werden die Gene für die Tumorbildung durch die jeweils gewünschten Gene ersetzt. Die Methode hat eine neue Ära der Optimierung von Nutzpflanzen eröffnet, weil mit dem Ti-Plasmid auch Gene anderer Arten in eine Pflanze eingeschleust werden können. Bis heute konnte Ti-Plasmid nicht durch eine andere Technologie verdrängt werden.