RNA-Interferenz: Erforschung von Genen und ihrer Funktion

Bereits in den 1990er Jahren entdeckten Wissenschaftler an mehreren Forschungsinstituten, dass die Aktivität von Genen in einer Zelle auch von kleinen RNA-Molekülen, die bis dahin von der Forschung weitgehend vernachlässigt worden waren, bestimmt wird.
Am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen analysierte die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Thomas Tuschl dann 2001 die Struktur dieser doppelsträngigen RNA-Moleküle (siRNAs: small interfering RNAs mit 19-23 Basenpaaren) und konnte außerdem erstmals deren Wirkung in Säugerzellen nachweisen. Mit siRNAs lassen sich gezielt Gene ausschalten und diese Methode der so genannten RNA-Interferenz (RNAi) wird mittlerweile in Labors auf der ganzen Welt u. a. dazu benutzt, die Funktion von Genen in Zellkulturen und Versuchstieren zu studieren.
Auch der mögliche therapeutische Einsatz von siRNAs macht rasante Fortschritte. So wurden in verschiedenen klinischen Studien mit siRNAs bereits erste therapeutische Erfolge am Menschen erzielt.