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Max-Planck-Innovation schließt weitere microRNA-Lizenzvereinbarung ab

Max-Planck-Innovation GmbH, die Technologie-Transfer-Einrichtung der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), Deutschlands führender Forschungsorganisation für Grundlagenforschung, gibt heute den Abschluss einer Co-Lizenzvereinbarung mit Stratagene Corporation (NASDAQ:STGN) bekannt, ...

Die Lizenz ist die vierte und letzte miRNA-Lizenzvereinbarung, die zur Entwicklung von Diagnostika vergeben wurde. “MicroRNAs spielen eine wichtige Rolle für lebenswichtige Funktionen der Zelle und damit auch für das Verständnis zahlreicher Erkrankungen," kommentiert Jörn Erselius, Geschäftsführer von Max-Planck-Innovation. “Die microRNA-Technologie ist daher bei der Industrie auf großes Interesse gestoßen. Um schnelle Fortschritte auf diesem Gebiet zu ermöglichen, haben wir uns entschlossen, eine differenzierte Lizenzierungsstrategie zu verfolgen. Für Forschungszwecke vergeben wir breite, nicht-exklusive Lizenzen an der microRNA-Technologie, und für therapeutische Zwecke haben wir insgesamt zwei co-exklusive Lizenzen vergeben. Im Bereich Diagnostik haben wir uns entschieden, den Zugang auf vier Partner zu beschränken, und wir freuen uns, Stratagene als vierten Lizenznehmer begrüßen zu können."

Im letzten Jahr wurden ähnliche Lizenzen für diagnostische Zwecke an Rosetta Genomics Ltd. (Rehovot, Israel), Exiqon A/S (Kopenhagen, Dänemark), und Asuragen Inc. (Austin, USA) vergeben.

Über microRNAs

miRNAs sind kleine, einzelsträngige RNA Moleküle, die aus etwa 22 Nukleotiden aufgebaut sind. Sie regulieren die Genexpression und damit die Menge an Protein, die in einer Zelle produziert wird. Die Existenz und Funktion von miRNAs in Wirbeltieren wurde am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen von Tom Tuschl und seinem Team entdeckt und 2001 erstmals beschrieben.

Seit den 1960er Jahren ist bekannt, dass die Produktion von Proteinen in einer Zelle mit der Transkription der genetischen Information im Zellkern beginnt, wo sie in eine so genannte Messenger-RNA (mRNA) umkopiert wird. Diese mRNA wandert dann zu den im Zytoplasma befindlichen Ribosomen, wo sie in Proteine umgewandelt wird (so genannte Translation).

Eine einzelne mRNA kann dabei als Vorlage zur Herstellung von hunderten von Kopien eines gegebenen Proteins dienen. Heute ist bekannt, dass die exakte Anzahl der Kopien von miRNAs bestimmt wird.

MicroRNAs entstehen aus wesentlich längeren Genen in mehreren Schritten, die teils im Zellkern und teils im Zytoplasma stattfinden. Sie verhindern die Translation, indem sie an komplementäre Sequenzen in der Ziel-mRNA binden und damit deren Abbau auslösen.
Bis heute sind beim Menschen über 450 miRNAs identifiziert worden und man schätzt die Gesamtzahl der miRNAs im menschlichen Genom auf etwa 1.000 oder mehr. miRNAs spielen sehr wahrscheinlich eine wichtige Rolle bei der Entstehung zahlreicher Erkrankungen, darunter Stoffwechselerkrankungen, Infektionen und Krebs. miRNAs haben damit das Potenzial, zur Grundlage neuartiger Diagnostika und Therapeutika zu werden.

Kontakt
Dr. Jörn Erselius
Geschäftsführer
Max-Planck-Innovation GmbH
erselius@max-planck-innovation.de

Über Max-Planck-Innovation

Max-Planck-Innovation berät und unterstützt Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft bei der Bewertung von Erfindungen und der Anmeldung von Patenten. Max-Planck-Innovation vermarktet Patente und Technologien an die Industrie und coacht Gründer beim Aufbau neuer Unternehmen, die auf Forschungsergebnissen der Max-Planck-Gesellschaft basieren. 

Pro Jahr evaluiert Max-Planck-Innovation durchschnittlich 130 Erfindungen, von denen schließlich etwa 80 zu einer Patentanmeldung führen. In den letzten fünf Jahren wurden 28 Ausgründungen betreut, über 450 Lizenzverträge abgeschlossen und daraus rund 100 Millionen Euro an Erlösen für die Erfinder, Institute und die Max-Planck-Gesellschaft erzielt. Mit dieser Bilanz zählt Max-Planck-Innovation weltweit zu den erfolgreichsten Technologietransfer-Einrichtungen. 

Max-Planck-Innovation wurde 1970 als Garching Instrumente GmbH gegründet und operierte von 1993 bis 2006 unter dem Namen Garching Innovation.

Über Stratagene Corporation

Stratagene entwickelt, produziert und vermarktet Spezialprodukte für die biomedizinische Forschung und Diagnostik. Die Forschungsabteilung des Unternehmens unterstützt den wissenschaftlichen Fortschritt durch die Erfindung, Herstellung und Verbreitung von Produkten, die die Forschung vereinfachen, beschleunigen und verbessern. Diese Produkte werden in akademischen, industriellen und staatlichen Forschungseinrichtungen für die Molekularbiologie, Genomik, Proteomik, Medikamentenforschung und Toxikologie genutzt. Stratagenes Diagnostikabteilung entwickelt und fertigt Produkte für die Urinanalyse sowie hochwertige automatische Instrumenten- und Reagentiensysteme, mit denen Blutproben auf mehr als 1.000 verschiedene Allergien und Autoimmunerkrankungen getestet werden können. Durch die Kombinationen seiner Fachkenntnisse in Diagnostik und Molekularbiologie mit seiner Erfahrung mit den Genehmigungsverfahren der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA ist das Unternehmen daran interessiert, sein Produktportfolio um molekularbiologische Diagnostik-Kits und Instrumente zu erweitern. Weitere Informationen finden Sie unter www.stratagene.com.

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Pressekontakt

Markus Berninger
Telefon: (089) 290919-30