Aus Garching Innovation wurde Max-Planck-Innovation

Mehrere Jahrzehnte war der Technologietransfer der Max-Planck-Gesellschaft mit dem Namen Garching verbunden, zunächst als „Garching Instrumente - Gesellschaft zur industriellen Nutzung von Forschungsergebnissen mbH“, ab 1993 dann als „Garching Innovation“ mit dem neuen Zusatz: Technologien aus der Max-Planck-Gesellschaft.

Von Prototypen ...

Von seiner Gründung im Jahr 1970 bis 1979 war das Unternehmen tatsächlich ein Instrumentenbauer am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching, da das heute so gängige Konzept des Technologietransfers damals schlicht noch nicht existierte.

Es waren erst die Erfahrungen der Max-Planck-Gesellschaft in den 1970er Jahren, die wesentlichen Anteil an der Herausbildung des heute selbstverständlich gewordenen Technologietransfers hatten.

1970 jedenfalls gingen die Gründer von Garching Instrumente davon aus, die Industrie würde sich nur dann für Technologie aus den Max-Planck-Instituten interessieren, wenn bereits Prototypen existierten. Diese herzustellen, war Aufgabe von Garching Instrumente.

Dieses Konzept stellte sich jedoch bald als ineffektiv heraus: Viele Entwicklungen gingen am Markt vorbei und ließen sich auch im Prototyp-Stadium weder durch eigenen Vertrieb noch durch Lizenzvergabe sinnvoll vermarkten.

...zu Lizenzierung und Ausgründung

So wurde das Geschäftsmodell 1979 zu einem reinen Lizenzkonzept verändert und seither immer wieder weiter entwickelt und erweitert, z. B. um das Gründen von Firmen auf der Basis von Technologien aus der MPG.

„In den neunziger Jahren wollten wir uns dann von den Instrumenten im Namen verabschieden,“ erinnert sich Jörn Erselius, damals Betreuer des Bereichs „Life Science“ und heute Geschäftsführer von Max-Planck-Innovation. „Wir wollten zeigen, dass die MPG die Quelle von innovativen Technologien auch jenseits von Instrumenten ist. So kamen wir dann auf Innovation. Garching wollten wir beibehalten, weil die Community uns damals als ‚Garching’ oder kurz GI kannte. Und mit ‚Garching Innovation’ konnten wir die Abkürzung GI beibehalten.“

Die Umbenennung blieb allerdings erst einmal stecken, weil das Handelsregister mit dem Wort Innovation nichts anfangen konnte und Erklärungsbedarf sah. „Die Bedenken konnten damals aber schnell ausgeräumt werden,“ so Erselius.

„In den Jahren danach wurde immer wieder daran gedacht, den Namen nochmals zu ändern,“ ergänzt Astrid Giegold, die bei Max-Planck-Innovation Unternehmensgründer berät. „Der Name ‚Garching’ stiftete immer wieder Verwirrung, wenn uns neue Geschäftspartner besuchen wollten und uns dann in Garching vermuteten. Außerdem konnte vor allem im Ausland niemand eine Verbindung zwischen Garching und der Max-Planck-Gesellschaft herstellen.“

Neuer Name, neue Herausforderungen

Mit dem Wechsel in der Geschäftsführung und Plänen für neue Marketingaktivitäten, auch im Ausland, kam das Thema dann erneut auf die Tagesordnung. „Die Diskussion fiel zusammen mit einer Umfrage, die die Max-Planck-Gesellschaft in Auftrag gegeben hatte,“ so Erselius. „Dabei stellte sich heraus, dass Garching Innovation im Gegensatz zur Max-Planck-Gesellschaft in der Industrie vergleichsweise unbekannt ist. Mit der Nutzung des überaus positiv belegten Namens Max-Planck können wir vor allem hier sehr profitieren.“

Max-Planck-Innovation will unter dem neuen Namen seine Marketing-Aktivitäten sowohl in Deutschland und Europa als auch in den USA und Asien deutlich verstärken. „Wir wollen insgesamt aber nicht nur in der Industrie, sondern vor allem auch bei den Wissenschaftlern der Max-Planck-Institute präsenter sein,“ so Erselius. „Zudem wollen wir die chemischen und materialwissenschaftlichen Institute noch besser einbinden und die Lizenzierungsmöglichkeiten in diesem Bereich stärker betonen. Dazu werden wir unser Team verstärken.“

Und im Bewusstsein seiner historisch gewachsenen Rolle als Vorreiter des Technologietransfers wird Max-Planck-Innovation sich auch verstärkt in die politische Diskussion einmischen, z. B. durch die Mitarbeit an neuen Konzepten der Bundesregierung zur Verbesserung der Innovationsfähigkeit Deutschlands und in verschiedenen europäischen Technologietransfer-Organisationen.

„Wir haben häufig noch immer das Problem, dass die Technologie, so wie sie in den Instituten entwickelt wird, für die Industrie nicht marktnah genug ist. Es besteht somit eine Innovationslücke und diese Lücke muss überbrückt werden“ so Erselius. „Es gilt also, Modelle zu entwickeln, mit denen sich das bewerkstelligen lässt. Hier wollen wir uns besonders engagieren.“

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