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Max-Planck-Innovation – Rückblick 2008

Als 100%ige Tochter der Max-Planck-Gesellschaft hat die Max-Planck-Innovation GmbH (MI) die Aufgabe, Erfindungen und Entwicklungen aus Max-Planck-Instituten in die industrielle Anwendung zu vermitteln. Der Transfer neuer Ideen und Erfindungen in Produkte der Industrie wird durch sie organisiert. Durch die Vergabe von Lizenzen an zukunftsorientierte Unternehmen – insbesondere auch an Ausgründungen aus der Max-Planck-Gesellschaft – entstehen neue Produkte und Arbeitsplätze.
Wir wollen Ihnen im Folgenden einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen des Jahres 2008 geben.

Lizenzverträge 2008
In 2008 wurden der MI 177 neue Verwertungsaufträge erteilt (2007: 151). Insgesamt wurden 62 Verwertungsverträge abgeschlossen (2007: 85). Die Verwertungserlöse werden voraussichtlich rund 15,2 Mio. EUR betragen (2007: 15,5 Mio. EUR) und liegen damit auf Vorjahresniveau. Die Lizenzerlöse aus Verkäufen für das im Juli 2006 zugelassene Kebsmedikament Sutent®, sind in 2008 erneut gestiegen. Sutent® basiert auf einem Patent aus dem MPI für Biochemie.

Beteiligungen und Spin-offs 2008
Zu dem erfreulichen Verwertungsergebnis trugen 2008 außerdem erhebliche Erlöse aus dem Verkauf von Beteiligungen i.H.v. rund 2,7 Mio. EUR (2007: 3,8 Mio. EUR) bei.
In diesem positiven Trend steht in 2008 weiterhin eine hohe Anzahl an neuen aussichtsreichen Gründungsprojekten und Ausgründungen aus Max-Planck-Instituten und der Max-Planck-Innovation GmbH (insgesamt fünf Unternehmen). Hierbei handelt es sich um die Unternehmen Autodisplay Biotech GmbH, Green Pacific Biologicals, Alacris Pharmaceutical GmbH, bbi biotech GmbH und Lead Discovery Center GmbH.

Preisgekrönte Ausgründung: Lead Discovery Center (LDC) GmbH
Im Februar 2008 wurde das LDC von Max-Planck-Innovation in Dortmund gegründet. Das LDC, das am TechnologieZentrumDortmund angesiedelt ist, hat sich zum Ziel gesetzt, das enorme Potential exzellenter Grundlagenforschung im Bereich Arzneimittelforschung besser zu nutzen und so einen Beitrag zur Schließung der Innovationslücke im Bereich der Medikamentenentwicklung zu leisten.

Seit der Gründung wurde am LDC eine hochmoderne Infrastruktur in den Bereichen Medizinalchemie, Biologie, Screening & Automatisation und Pharmakologie aufgebaut und der Start der operativen Geschäftstätigkeit konnte im April aufgenommen werden. Zum Jahresende arbeiteten bereits 22 hochqualifizierte Mitarbeiter – großteils mit Industrieerfahrung – an sechs Projekten.

Unter der Leitung der beiden Geschäftsführer Dr. Bert Klebl und Dr. Peter Nussbaumer werden diese Projekte, darunter Projekte aus den Bereichen Onkologie, Diabetes, Neurodegenerative Erkrankungen und Infektionen, nun vom Target (biologische Zielstruktur) bis zum Lead (chemische Leitstruktur) bearbeitet.

Die Seed Finanzierung des LDC konnte bereits zu Beginn des Jahres gesichert werden. Darüber hinaus konnte MI im September 2008 den “BioPharma - Strategiewettbewerb für die Medizin der Zukunft” des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für Ihr Gesamtkonzept für ein neues Drug Discovery and Development Center (DDC) gewinnen. Das Konzept, bei dem das LDC ein wichtiger Teilbaustein ist, konnte die Jury überzeugen und erhält in den nächsten drei Jahren 20 Mio. EUR an Förderung.

Erfolgreiche Förderinitiative: „Innovation trifft Management“
Das Programm „Innovation trifft Management“ wurde von MI als Teil der Förderinitiative „Good Practice zur Erleichterung von Ausgründungsvorhaben“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ins Leben gerufen.

Durch das Programm kann MI ausgewählten Gründungsprojekten der Max-Planck-Institute externe Expertise in Form von Industrie-Experten, Projekt- und Interim-Managern zur Vorbereitung einer Erfolg versprechenden Ausgründung zur Verfügung stellen.

Bislang wurden bereits 7 Projekte mit einer Gesamtzahl von 13 Managern effizient und erfolgreich gefördert. Eines der erfolgreichsten Projekte ist hierbei das Lead Discovery Center (LDC). Das Vorhaben wurde in der Vorgründungsphase durch einen Industrie-Experten, zwei Projektmanager und einen Interim-Manager unterstützt. Der Industrie-Experte war bei der Konzeption und dem Aufbau eines Netzwerkes an Pharmamanagern ausschlaggebend beteiligt und die Projektmanager waren verantwortlich für die Verfeinerung des Geschäftsmodells, die Vorbereitung des operativen Starts und die Sicherstellung einer Seed-Finanzierung. Der Interim-Manager hat das Konzept in die Praxis umgesetzt und so einen äußerst erfolgreichen Start des LDC gewährleistet.

An diesem Beispiel werden die Bedeutung und die Wichtigkeit externer Expertise in Gründungsprojekten deutlich. Durch sie können die Konzepte soweit reifen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Seed-Finanzierung und eines erfolgreichen operativen Starts immens erhöht wird.

Herausragende Leistungen im Technologietransfer: IPTEC Preis für MI
Die IPTEC Konferenz ist ein wichtiger internationaler Branchen-Treffpunkt für Technologie-Entwickler, Technologietransfer-Experten und Lizenznehmer. Die Konferenz bietet eine Plattform für den Erfahrungsaustausch und informiert über aktuelle Trends und neue, lizenzierbare Technologien von Unternehmen sowie universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Höhepunkt der Veranstaltung ist die Preisverleihung des „IPTEC Award for Excellence in Technology Transfer“ durch ein Expertengremium, das sich aus Vertretern globaler Unternehmen, Universitäten und öffentlicher Institute zusammensetzt. Max-Planck-Innovation wurde in diesem Jahr in der Kategorie Öffentliche Einrichtung für außergewöhnlichen Verdienste im Bereich Technologietransfer und Lizenzierung ausgezeichnet. Außerdem wurden die Katholische Universität Leuven sowie Procter & Gamble in den Kategorien Universitäten und Industrie ausgezeichnet. Gewinner des IPTEC-Preises der vorangegangenen Jahre waren NASA und European Space Agency (Öffentliche Einrichtung), Tsinghua University und Stanford University (Universitäten) sowie Thomson und IBM (Industrie).
Mit Max-Planck-Innovation wurde somit zum ersten Mal eine deutsche Einrichtung mit dem IPTEC-Preis ausgezeichnet.

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Dr. Jörn Erselius, Geschäftsführer
Max-Planck-Innovation GmbH